Das Projekt "Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, Selbstverteidigung"

Wie der Name des Projektes bereits sagt, geht es um sehr wichtige Eigenschaften, bzw. Fähigkeiten, einer Person. Eine bewusste Anerziehung dieser Fähigkeiten und Eigenschaf¬ten bei den Kindern im Kindergarten stellt eine große pädagogische Herausforderung für das Team dar. Die Idee, das Thema in Form eines Projektes zu behandeln, kam von den Eltern. Für viele von ihnen ist es sehr wichtig, die Kinder gemeinsam auf unterschiedliche Situationen, z.B. „allein unterwegs“, „allein auf dem Spielplatz“ vorzubereiten, in denen sie ohne Beisein vertrauter Personen Fremden – Kindern oder Erwachsenen – gegenüber stehen können. Und wie man bei den Kinderkonferenzen feststellen konnte, war das Thema für die meisten Kinder sehr aktuell.

Also haben wir uns an die Arbeit gemacht und zunächst überlegt, wie man das Projekt so plant, dass sich die Kinder im Verlaufe einer bestimmten Zeit kontinuierlich und konse¬quent auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema auseinandersetzen. Die zweite Aufgabe dabei war es, die Bedingungen zu schaffen, unter denen alle Kinder unabhängig von ihrem Alter gemeinsam und gleichermaßen aktiv an dem Projekt teilnehmen konnten. So entstand eine interessante pädagogische Konzeption, die innerhalb eines Monats um¬gesetzt wurde.

Selbstbehauptung in der Theorie

Anfang April fand im Rahmen einer Kinderkonferenz für alle Kinder eine Einführung statt, in der das thematisch passend ausgewählte Buch „Das große und das kleine Nein“ von Gisela Braun und Dorothee Wolters vorgelesen und gemeinsam besprochen wurde. Die sehr emotionale und lebendige Runde hat es noch mal bewiesen, dass das Thema für viele Kinder hochaktuell ist.

Selbstbehauptung in der Praxis

Darauf folgte die Arbeit in Gruppen, in welche die Kinder altersgemäß eingeteilt wurden. Zuerst waren unsere Sechs- und Fünfjährigen dran. Mit denen beschäftigte sich der von uns engagierte Trainer, Herr Frank Scholz. Das Thema „Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, Selbstverteidigung“ wurde spielerisch und mit Hilfe von vielen Geschichten und Übungen aufgearbeitet. Einige Hausaufgaben mussten die Kinder auch selbst erledigen.

Selbstverteidigung handfest

Kaum waren unsere „Großen“ fertig, wartete schon eine anspruchsvollere Aufgabe auf sie. Sie waren jetzt dran, den jüngeren Kindern ihre neu gewonnene Fähigkeiten und Erfahrung¬en weiterzugeben. Das haben sie großartig und verantwortungsvoll gemacht! Die Erziehe¬rin, die beim Training mit Herrn Scholz dabei war, hat den „neu gebackenen“ Trainern dabei geholfen. Sie hat dafür gesorgt, dass die Kinder in den altersgemäß zusammengesetz¬ten Gruppen (zweite Gruppe waren die Vierjährigen und dritte Gruppe ab 3½ Jahre) nicht überfordert werden, entsprechend ihrem Entwicklungsstand spielerisch lernen und dabei Spaß haben. Die jüngsten Kinder, die gerade aus der Krippe zu uns gewechselt sind, nah¬men an gemeinsamen Kreisen und Konferenzen zu diesem Thema teil. So haben wir es geschafft, alle Kinder anzusprechen und an dem Projekt teilnehmen zu lassen.


Für den bilingualen Kindergarten im Kinderland Sudetenstraße II
Irina Raschke