Vorschulausflug ins Mathematikmuseum

Einen Ausflug in „eine andere Welt“ erlebten unsere Vorschüler am 23.04.2010. An diesem Tag begaben wir uns in die Welt der Mathematik. Der Ausflug stand auf dem Programm der Vorschule und diente dazu, den Kindern, die sich in diesem Jahr intensiv mit Zahlen beschäftigten, die lebenspraktische Seite der Mathematik nahe zu bringen. Weil der Unterricht in der Vorschule praxisorientiert war, haben die Kinder schon verstanden, dass man ohne Zahlen und zählen kaum was machen kann – nicht kochen, nicht einkaufen, keine Größen messen, nicht mal etwas mit Freunden gerecht teilen, wenn man es möchte. Wenn man aber in die Geheimnisse der Mathematik eingeweiht ist, kann man noch mehr – Häuser und Brücken bauen, kluge Geräte konstruieren und sogar ein bisschen „zaubern“. Die Kinder waren erstaunt, als ihnen das alles auf der ziemlich kleinen quadratischen Fläche des Museums begegnet ist. Aber zuerst war ein langer Weg bis dahin zu bewältigen – der Weg von Poing bis zum Forschungszentrum Garching. Der Hinweg allein war für die Kinder schon ein Abenteuer. Wir sind mit dem Bus, der S-Bahn und zuletzt lange Zeit mit der U-Bahn bis zur Endstation gefahren. Solche Gelegenheiten bieten sich nicht oft. Über den Blick auf die Allianzarena aus dem Fenster der U-Bahn sowie viele andere auch kleineren Dinge haben sich die Kinder sehr gefreut. Im Mathematikgebäude des Forschungszentrums angekommen haben wir noch Zeit gehabt auszuruhen und in der Studentenkantine zu essen, aber auch ein Einblick in das Studentenleben zu bekommen. Da im Haus gerade Vorlesun¬gen und Seminare stattfanden, konnte man bei einem Blick in einen großen Lesesaal einige Studenten bei der Arbeit mit dem Laptop beobachten. Dabei versuchten die Kinder, sich ruhig und leise zu verhalten. Das ist uns jedoch nicht immer gelungen bei so vielen Reizen, die das Gebäude den kleinen Besuchern geboten hat. Die zwei großen und ziemlich steifen Rutschen mittendrin, die über drei Stockwerke gebaut sind, haben bei den Kindern riesige Begeisterung ausgelöst. Von ganz oben nach unten zu rutschen hat sich keiner getraut. Aber allein in die großen Rohre von unten rein zu klettern, hat den Kindern sehr großen Spaß gemacht.
Dann kam die Zeit der Führung im Mathematikmuseum. Dort wurden wir von einer netten Mathematikstudentin erwartet, die uns kompetent und sehr liebevoll viele interessante Exponate gezeigt hat, die sie zum Teil zusammen mit anderen Studenten selbst gebaut hat. Die Kinder haben einen Einblick in die Symmetrie von Körpern und Flächen bekommen. Sie konnten sich im sogenannten „Egoistenspiegel“ anschauen. Die Kinder wussten vorher nicht, was „Egoist“ bedeutet. Mit Hilfe des Spiegels konnte man ihnen die Bedeutung anschaulich erklären. Egal wohin man geschaut hat, man konnte in diesem Spiegel nur sich selbst sehen! Die Kinder haben gestaunt, wie auf dem Bildschirm eines PC’s die von ihnen geschriebenen Namen mit Hilfe der Symmetriegesetze durch ein Knopfdruck in einmalige Schneeflockenbilder verwandelt wurden. Dann wurde den Kindern ein chinesischer Kompasswagen vorgestellt, mit dessen Hilfe die Chinesen schon vor sehr langer Zeit stets den Weg nach Hause finden konnten. Ein Brettspiel wurde den Kindern vorgestellt, dessen Logik sie erstaunlich schnell begriffen. Das Malen von abstrakten Bildern mit Hilfe eines Pendels hat auch viel Spaß gemacht. Nach der Führung konnten die Kinder die Materialien selbständig ausprobieren. Trotz einer Führung von ca. 1,5 Stunden waren die Kinder nicht müde, beschäftigten sich noch lange mit symmetrischen Körpern, verwandelten ihre Namen am PC in Schneeflocken oder malten schöne Pendelbilder, die sie übrigens mit nach Hause nehmen durften. Leider hatten wir nicht unbegrenzt Zeit und mussten uns endlich auf den Heimweg machen. Es war so interessant und es gab so viel zu tun bei diesem Ausflug, dass wir ausnahmsweise mit fast einer Stunde Verspätung im Kindergarten ankamen – müde aber sehr zufrieden. Zum Schluss noch eine Bemerkung: Das Museum ist nicht nur für Kinder interessant, sondern auch für Erwachsene und ein „heißer“ Typ für Familienausflüge.

Für den bilingualen Kindergarten Kinderland Sudetenstraße II
Irina Raschke