Sprachberatung - eine Dienstleistung des Kinderland Poing e.V.

„Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und sie ist eine wesentliche Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg, für eine volle Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben.“ Das ist der Leitgedanke zum Thema Sprache und Literacy aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen, der seit 2007 in der aktuellen Version vorliegt. Diese Ansicht teilt auch der Kinderland Poing e.V., der aus diesem Grund im Sommer zwei seiner Mitarbeiterinnen zu Sprachberaterinnen weiterbilden ließ. Im September konnten sie ihre Arbeit im Rahmen des Projekts „Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen“ aufnehmen. Dieses Projekt wird vom Institut für Frühpädagogik (IFP) wissenschaftlich betreut.

Es ist überschrieben mit dem Motto „Wort und Welt erschließen“.
Das Sprachberatungsprojekt will die Sprache ins Zentrum der alltäglichen Arbeit in Kindertageseinrichtungen rücken und diesen weiten Bereich von möglichst vielen Seiten beleuchten. Das Neue dabei ist, dass das Projekt nicht bei den Kindern selbst ansetzt, sondern bei denjenigen, die die Erfahrungen der Kinder mit Sprache im Alltag entscheidend prägen – bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese sollen durch das Projekt Unterstützung bei der Reflexion des Alltagsgeschehens und der Umsetzung neuer Methoden oder angestrebter Projekte erhalten.

Inhaltlich geht es um den Umgang mit Mehrsprachigkeit, genauso wie um den Bereich Literacy, also Hinführung zur Schriftsprache, um Kommunikation mit Eltern ebenso wie um Kooperation mit anderen Institutionen, um nur einige beispielhafte Teilbereiche aufzuführen.

Die Sprachberaterinnen beraten die Teams der Einrichtungen ohne vorgefertigten Projektplan. Diese Offenheit für individuelle Bedürfnisse, Wünsche oder Interessen der einzelnen Teams ist Teil des neuen Ansatzes der Partizipation und Kokonstruktion, wie er im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan gefordert wird. Nur wenn sich alle Beteiligten einbringen dürfen, können auch alle von der gemeinsamen Erfahrung profitieren und sich somit neue Welten erschließen. Auf diese Weise wird die Sprache wieder zu dem, was sie war, bevor sie ein Lerngegenstand wurde, ein Mittel der echten Kommunikation auf Augenhöhe.

Für den Verein
Bernadette Gatz und Samantha Nowotny

Das Sprachberatungskonzept