Annemarie Müller verabschiedet sich in den Ruhestand

Herr Müller kommentierte das Wagnis, das Else Bauer und seine Frau Annemarie Müller im März 1998 auf sich nahmen mit den Worten: „ Das schafft ihr nie!“ Was er bezweifelte war, dass die beiden Damen es schaffen, 60 Essen für die Kinder der Fresiengasse zu zaubern. Damit hatte er Recht. Frau Bauer und Frau Müller konnten nicht zaubern, aber sie legten sich ins Zeug, dem Vertrauen, dass Herbert Matzner ihnen entgegenbrachte, gerecht zu werden. Es galt nicht nur, die Essen frisch, kindgerecht und lecker, sondern auch wirtschaftlich profitabel zuzubereiten, denn etwaige Defizite hätte der Verein zu tragen. Obwohl es dem einen oder anderen Kind mal nicht schmeckte, weil es z.B. grundsätzlich keine Schnitzel mochte, gelang es, die Anzahl der Essen auf 180 zu steigern. Damit erwirtschafteten zwei der ersten Mitarbeiterinnen des Kinderlands so viel, dass die Sudetenstrasse II eröffnet werden konnte. Die Zusage für einen Raum erhielt der Verein nämlich erst, als er sich bereit erklärte die Küche selber zu finanzieren und das bedeutete ein Investitionsvolumen von 70.000 Euro, das hier in 5 Jahren zusammen kam. Diese hervorragende Leistung würdigte Herbert Matzner in seiner Ansprache, die er zu Ehren des Abschieds in den Ruhestand von Annemarie Müller am 26.10.2009 in der Sudetenstraße 1 vor geladenen Gästen hielt. Er lobte sie als „zuverlässige, hilfsbereite und korrekte“ Mitarbeiterin und vergaß nicht, das Engagement ihres anfangs skeptischen Mannes zu erwähnen, der sich auch mal selber hinter das Steuer setzte, wenn es darum ging, den ausgefallenen Zivi zu ersetzen, da das Essen dringend ausgeliefert werden musste. Dieses familiäre Gefühl veranlasste die Neu-Ruheständlerin zu der Zusage, dem Kinderland auch in Zukunft zur Seite zu stehen, wenn Not an der Frau sein sollte.
Annemarie Müller geht mit Wehmut in den Ruhestand, wird sich aber schon auf der Abschlussfahrt der Vorschulkinder nach Veitsbuch Ende dieses Kindergartenjahres wieder um das Wohl „ihrer“ Kinder kümmern – diesmal allerdings als zusätzliche Betreuung zum pädagogischen Personal!
Für den Verein
Olinka Palmié
Servus Annemarie Müller, merkur online.de