Die Sensiblen Phasen

Oft neigen wir dazu, Kinder in ein bestimmtes Lernfenster zu pressen. Wir fragen uns, warum das Kind noch nicht spricht oder keine Anstalten macht laufen zu
lernen. Warum zeigt es so wenig Interesse an Malen und Schreiben? Trotz intensiven Übens und Aufforderungen zeigt es nur langsame Fortschritte und erweckt den Eindruck desinteressiert zu sein.

Stattdessen interessiert es sich besonders dafür im Garten zu helfen und kennt schon viele Pflanzen und Gräser.

Heute weiß man, dass die Bildung und Erziehung umso wirksamer ist, je stärker sich die Pädagog(inn)en am Entwicklungsverlauf des Kindes orientieren.

Eine Erziehung vom Kinde aus.

Die innere Empfänglichkeit und besondere Empfindlichkeit, die im Kindesalter auftritt, bestimmt, was aus der Vielfalt der Umwelt jeweils aufgenommen werden soll, und welche Situationen für das augenblickliche Entwicklungsstadium die vorteilhaftesten sind. Sobald dies geschehen ist, klingt die entsprechende Empfindlichkeit wieder ab und konzentriert sich auf die nächste Aufgabe. Sie ist es, die bewirkt, dass das Kind auf gewisse Dinge achtet und auf andere nicht.

Welches Lernfenster sich bei einem Kind jeweils gerade öffnet, bzw. in welche „sensible Periode“ es eintritt, erfahren wir letztlich nur, wenn wir jedes Kind sorgfältig beobachten und herausfinden, womit es sich gerade beschäftigt.

Für das Kinderland Fresiengasse
Elke Würz (Montessoripädagogin)