Kinder philosophieren
Seit Anfang Juni 2008 gibt es im Kindergarten der Sudetensraße I ein offenes Angebot zum Thema “Kinder philosophieren”.
Wir treffen uns ein Mal in der Woche nach dem Morgenkreis, bzw. vor dem Abschlußkreis. Es können dabei immer 10-12 Kinder teilnehmen. Die Gruppe ist
altersgemischt. Die Themen für dieses Angebot stammen von den Kindern. Das Angebot geht auf eine Fortbildung der Akademie “Kinder philosophieren” im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V. zurück, an dem seit über einem Jahr ein Großteil unserer Mitarbeiter teilnimmt.
Ziel dieses Angebots ist es, die Kinder zu ermuntern, eigene Fragen und Themen, die sie interessieren zu formulieren und einzubringen und sich gemeinsam mit der Gruppe darüber auszutauschen. Sie erfahren dabei, dass sie ein Gespräch mit ihren Anliegen bestimmen bzw. mit ihren Interessen füllen können.
Die Kinder erleben auch, dass es unterschiedliche Ansichten und Denkweisen zu einem bestimmten Thema gibt und nicht nur eine einzige Meinung richtig ist. Die eigene Ausdrucksfähigkeit, Toleranz im Umgang mit anderen und die Freude am gemeinsamen Gespräch und Austausch miteinander sollen dabei gefördert werden.
In unseren philosophischen Einheiten haben wir bisher schon viele nteressante Themen wie z.B. Albträume-Angst , Warum braucht man eigentlich Freunde? Gibt es eigentlich Gespenster? usw., die von den Kindern selbst vorgeschlagen wurden besprochen. Dabei ist es sehr interessant, das Verhalten und das wachsende Interesse der Kinder zu beobachten.
Der Ablauf einer philosophischen Einheit folgt dabei meist einem gleichbleibendem Muster:
1. Begrüßung mit Musik zum Ruhigwerden oder ein Begrüßungslied
2. Hinführung zum Thema: z.B. durch ein Bilderbuch , Rollenspiel, Erstellung einer Mind Map (Sammeln aller Informationen zum Thema)
3. Das gemeinsame Gespräch: dabei gibt es feste Gesprächsregeln – sich melden, wenn man etwas sagen möchte – den anderen ausreden lassen – zuhören , wenn ein anderer spricht – jede Meinung gilt, auch wenn man selbst eine andere Ansicht dazu hat
Der Erzieher fungiert als Gesprächsführer, indem er Fragen stellt, Denkanstöße gibt. Er soll dabei aber möglichst nicht gesprächsbestimmend sein.
4. Bewertung des Gesprächs durch die Kinder , mit Handzeichen. – Wurde mir zugehört?
-Habe ich den anderen zugehört? – Habe ich etwas Neues gelernt?
5. Gemeinsamer Abschluß: z.B. Schlussfolgerungen aus dem Gespräch, Lied zum Thema, gemeinsames Tun z.B. Malen, Legen, Themenformulierung für die nächste Einheit.
Falls jemand Fragen zu diesem Projekt hat, kann er sich gerne an mich wenden.
Maria Fertl